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Team News | 16.10.2021

Zwiehoff und Kämna nehmen das Abenteuer Cape Epic in Angriff: Es ist hart, es ist wild, es verlangt dir alles ab, gibt dir aber unglaublich viel zurück

„Es war immer ein Traum von mir, bei diesem Rennen an den Start zu gehen. In der Szene ist es einfach das Größte. Es ist hart, es ist wild, es verlangt dir alles ab, gibt dir aber unglaublich viel zurück. Dass dieser Traum nun in Erfüllung geht, gerade nach meiner ersten Saison als Straßenprofi, ist einfach nur der Wahnsinn“, so beschreibt Ben Zwiehoff seine Gefühle vor der Abreise zum längsten Mehretappen-MTB-Rennen der Welt, dem Absa Cape Epic.

Vom 5-Sterne Hotel im Ötztal direkt ins Base Camp von Cape Epic. Größer könnte der Kontrast kaum sein, wobei vor dem Auftakt morgen die Teams ebenfalls noch im Hotel übernachten. Der Camper, der in den kommenden Tagen das Quartier des Teams sein wird, ist schon übernommen und die Atmosphäre im Camp unterscheidet sich deutlich vom Flair eines WorldTour Rennens.

„Es ist einfach alles viel familiärer, als wenn wir bei Straßenrennen unterwegs sind“, meint Ben Zwiehoff nach dem Recon des morgigen Prologs. „Wir sind super aufgenommen worden. Die ganzen Specialized-Teams sind ja hier top aufgestellt“, so Zwiehoff weiter. Das wird auch notwendig sein, denn die kommenden Tage werden Fahrern und Material in jedem Fall viel abverlangen.

 

IF YOU WANT TO FINISH FIRST, FIRST YOU HAVE TO FINISH

Rund 700 Kilometer und mehr als 15.000 Höhenmeter warten in den kommenden acht Tagen auf das Fahrerfeld. Angetreten wird jeweils in zweier Teams, wobei beide während des Rennens immer zusammen bleiben müssen. Alle 25 km sind Verpflegungszonen eingerichtet, dort werden Getränke und Essen deponiert und es können Reparaturen durchgeführt werden. Hand anlegen müssen die Fahrer aber immer selbst. „Ich habe bei einem MTB noch nicht mal einen Schlauch gewechselt, wenn da was zu basteln ist, dann bin ich definitiv auf Ben angewiesen“, sagt Lennard Kämna. Der Tour-de-France-Etappensieger von 2020 wagt zum ersten Mal einen Ausflug ins Gelände und freut sich auf die neuen Eindrücke: „Es ist schon cool, auch mal was anderes zu machen. Im Profi-Radsport stehen für uns ja immer die Ergebnisse im Vordergrund. Hier geht es um das Erlebnis und den Spaß.“

KÜSTE, BERGE, WÄLDER UND WEIN

Zu erleben gibt es in Südafrika auch einiges. Durch nahezu unberührte Natur führen einige der Etappen, die im Schnitt um die 100 km lang sind, weshalb das Rennen nicht nur bei Profis sehr beliebt ist. Amateure aus aller Herren Länder versammeln sich jährlich um den Tafelberg und können sich dabei Schulter an Schulter mit den Besten der Szene messen. Es geht beim längsten Mehretappen-MTB-Rennen der Welt aber nicht nur um den Wettkampf. Im Base Camp steht Kameradschaft auch abseits des Team-Wettkampfs im Mittelpunkt, das erlebte, wird gemeinsam verarbeitet und die beeindruckenden Landschaften sorgen für Gesprächsstoff. Von atemberaubenden Küstenstreifen rund um Kapstadt geht über weite steppenähnliche Landschaften, vorbei an majestätischen Bergen in dichte Wälder und nicht zuletzt durch die berühmten Weingärten der Gegend. Wer beim Cape Epic dabei war, hat definitiv einiges zu erzählen, wenn er nach Hause kommt und darum kommen viele der Teilnehmer immer wieder. 

Das Rennen ist dabei allerdings alles andere als ein Ausflug mit Freunden. Schon am zweiten Tag wird das Cape Epic 2021 seinem Motto „back to the trails“ gerecht, denn neben drei knackigen Anstiegen warten auch technische Abfahrten auf Single-Trails. Egal ob bergauf oder -ab, beim Cape Epic können ein paar Kilometer schnell zu einer zeitraubenden Angelegenheit werden. Minuten werden zu Stunden, aus Stunden werden Geschichten und Geschichten bilden den Mythos Cape Epic. Dazu aber mehr in den kommenden Tagen.

 

PROLOG IM TAFELBERG NATIONALPARK

„Die Vorbereitungen sind abgeschlossen“, meint Ben Zwiehoff nach der Besichtigung des 20 km langen Prologs, der als Zeitfahren ausgetragen wird. „Das Wetter hat alles ein bisschen durcheinandergebracht und die Strecke ist dadurch richtig anspruchsvoll“, meint Ben, der auch seinem Teamkollegen und MTB-Neuling Lennard Kämna Tribut zollt: „Lenni hat sich schon richtig eingegroovt. Es war wirklich cool zu sehen, wie sicher er auch in den technisch schwierigen Passen unterwegs ist.“ Beim Recon waren beide mit den anderen Specialized-Teams unterwegs und haben sich dort noch den einen oder anderen Tipp zur Linienwahl abgeholt. „Diese Insights sind schon wichtig, auch wenn wir es morgen locker angehen lassen wollen“, so Zwiehoff.

Die Strecke ist zwar nicht allzu lange, aber ein gutes Abbild dessen, was in den kommenden Tagen auf die beiden Jungs wartet. Die ersten zwei Drittel führen bergauf, bevor der letzte Teil mit einer sehr technischen Abfahrt aufwartet. „Der Anstieg schaut am Papier relativ einfach aus, es ist aber kein stetiges bergan, sondern eher wie ein Rollercoaster“, meint Ben. Für Lennard stellt sich vor dem Prolog aber noch ein anderes Hindernis in den Weg, die Startzeit: „Hier geht es jeden Tag schon um sechs Uhr los, das hat mir vorher irgendwie keiner gesagt. Ich bin ja jetzt nicht unbedingt ein Morgenmensch, da wird das mit dem Frühstück schon hart.“ Die Laune verderben lässt er sich davon aber sicherlich nicht. „Die ersten Eindrücke hier sind absolut positiv, die Strecke am Tafelberg morgen lässt schon erahnen was da noch so kommt. Genau darum bin ich ja hier, das wird ein richtiges Abenteuer und ich werde viele und mit Sicherheit sehr schöne Eindrücke mitnehmen“, fasst Kämna den ersten Tag in Südafrika zusammen.

 

Fotos: ©Michal Cerveny 

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